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Klosterlandschaft hautnah

Wissenschaftlicher Beirat

Wissenschaftlicher Beirat

Exkursion des neu berufenen Fachbeirates für das Projekt Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen-Stiftland zu markanten Orten der Klosterlandschaft

Am letzten Donnerstag wurde vom Förderverein Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen – Stiftland e. V. ein wissenschaftlicher Beirat, besetzt aus namhaften Fachleuten und Behördenvertretern auf dem Fachgebiet der Geschichte, Ortsnamenforschung, Denkmalpflege und Geographie, berufen, um das langfristige Projekt der Anerkennung der von den Zisterziensern geprägten Klosterlandschaft als Welterbe fachlich zu begleiten und zu unterstützen ( Die Zusammensetzung können Sie hier einsehen: zum wissenschaftlichen Beirat). Am Vormittag stellte zunächst Projektkoordinator Harald Hertel im Haus St. Joseph den Förderverein und seine Ziele vor, ehe im Anschluss Christian Malzer zur Stellung des Klosters Waldsassen bis zur Säkularisation referierte und Armin Röhrer noch einmal die Ergebnisse der ersten Kulturlandschaftsinventarisation zur Klosterlandschaft Waldsassen präsentierte. Danach bereisten die Mitglieder des Beirates einige ausgewählte Stationen innerhalb des Stiftslandes. Sie sollten den Fachleuten vor Augen führen, dass sie in ihrer Anhäufung und in ihrem geschichtlichen Zusammenwirken in exzellenter Art und Weise eine Landschaft abbilden, welche einerseits die historisch entstandenen Kulturen der Vergangenheit, z. B. die Teichwirtschaft, bis in die Gegenwart transformiert und andererseits die einstige wirtschaftliche und administrative Macht des Klosters anhand von Einzelobjekten demonstriert. Begleitet wurden die Mitglieder des Beirates unter anderem vom Bürgermeister der Stadt Waldsassen Bernd Sommer als Vereinsvorsitzenden, Äbtissin Laetitia Fech der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen als stellvertretende Vorsitzende und durch den zweiten Bürgermeister der Stadt Tirschenreuth Peter Gold in Vertretung von Franz Stahl als weiteren stellvertretenden Vorsitzenden.

Mitterhof bei Waldsassen

Mitterhof bei Waldsassen

Die Route führte zuerst zum Mitterhof bei Waldsassen, einem ehemaligen Wirtschaftshof des Klosters. Herr Matthias Frank, der Erbpächter des Hofes, gab einen kurzen geschichtlichen Abriss und stellte das jetzige Nutzungskonzept der Straußenfarm vor. Mit der nächsten Station, dem Pfarrhof und der Totentanzkapelle in Wondreb, war man dann schon im Bereich der Stadt Tirschenreuth angelangt. Die Führung übernahm ab hier Thomas Sporrer als Gästeführer der Stadt, der für das Publikum sehr routiniert und spannend die geschichtlichen Hintergründe präsentierte. In der Totentanzkapelle übergab er die Führung zeitweilig an die Wondreberin Stefanie Scharnagl, die ihre hervorragenden Kenntnisse zum Wondreber Totentanz ebenfalls bestens unter Beweis stellte. Die nächsten Stationen waren schließlich der Fischhof Tirschenreuth mit der Steinernen Brücke und dem im Fischhofpark 2013 teilweise wiederhergestellten Oberen Stadtteich. Für Herrn Sporrer war es ein Kunststück, wie er sagte, in solch extrem kurzer Zeit vor einem Kreis lauter Fachleute die Geschichte dennoch in ausreichender Vollständigkeit zu erklären. Er meisterte diese Aufgabe jedoch mit Bravour, wie alle Teilnehmer bezeugen konnten. Bei der Himmelsleiter wurden die Exkursionsteilnehmer schließlich von ihrem Architekten Peter Brückner begrüßt. Er erklärte ihnen seine mehrfach mit Preisen ausgezeichnete, architektonische Konzeption und von der Weitläufigkeit der Teichpfanne konnten sich alle selbst überzeugen. Bei bestem Spätsommerwetter waren alle sichtlich begeistert.

Tirschenreuth Durchlass unterer Stadtteich

Tirschenreuth Durchlass unterer Stadtteich

Die vorletzte Station führte die Exkursionsteilnehmer schließlich zum Wehr des ehemaligen Unteren Stadtteiches, ein grandioses Zeugnis der Teichbaukunst, das viele in dieser Art noch nie gesehen hatten. Die Exkursion endete dann in Kornthan beim ehemaligen Meierhof des Klosters mit Blick auf den Kornthaner Weiher, den die Mönche in seiner heute noch erhaltenen Größe vor 650 Jahren anlegen ließen. Adalbert Busl erläuterte in gewohnt überzeugender Art die Kornthaner Historie. Am Ende waren sich alle einig: Die Klosterlandschaft ist eine einmalige historische Kulturlandschaft, die möglichweise auch das Zeug hat, im nächsten Jahrzehnt eines Tages als Welterbe anerkannt werden zu können. Bis dahin wartet aber noch viel Arbeit auf die Fachleute und den Förderverein. In einem letzten Vortrag erläuterte Dr. Gunzelmann nach der Exkursion die Kriterien und das Procedere eines Welterbeantrags, ehe im Anschluss daran der wissenschaftliche Beirat Christian Malzer und Dr. Bernd Thieser als Sprecher und stellvertretenden Beiratssprecher wählte.

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